Was Fujifilm besser macht als alle andere Kamerahersteller

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Was ist so besonders an Fujifilm? Sind Fuji-Kameras überhaupt etwas Besonderes und warum hat die Marke so… engagierte Nutzer?

In diesem Artikel gehe ich der „Faszination Fujifilm“ auf den Grund, beleuchte das Kamerakonzept von allen Seiten und gebe dir meine ganz eigene, subjektive Ansicht über die Fujifilm-X-Kameras.

Auf den ersten Blick sind Fujifilm Kameras einfach nur etwas speziell und natürlich auffallend Retro. Auf den zweiten Blick wird dieser Retro-Effekt aber noch weitaus stärker. Warum das so ist, wird dir im Laufe des Artikels hoffentlich auch klar.

Ich bin vor gut 1 Jahr von Nikon zu Fujifilm gewechselt. Von daher fallen mir die Unterschiede noch sehr deutlich auf. Meistens bleiben wir ja in unserem System und wissen gar nichts so genau, was es sonst noch gibt.

1 kleiner Sensor – GROßER Unterschied

Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal von Fujifilm ist der Verzicht auf Vollformat. Bei Fuji gibt es nur APS-C und deren Mittelformat. Während bei der GFX Reihe (Mittelformat) gerade kräftig ausgebaut wird, besteht die X-Reihe (APS-C) schon länger aus diversen Kameraformaten.

Du hast bei allen X-Kameras den gleichen Sensor. Ganz egal, ob du lieber den Rangefinder-Style oder den Spiegelreflex-Body magst. Ob groß, ob klein – Der Sensor ist immer gleich und immer der beste den Fuji jemals gebaut hat.

Du hast also immer die beste Fotoqualität & einen Body der am besten zu dir passt, da jede Menge Auswahl vorhanden ist. X-T4, X-T3, X-T30 X-Pro3, X-H1 usw. Das habe ich so bei keinem anderen Kamerahersteller gesehen.

Dazu kommt noch folgendes:

Bei Fujifilm gibt es kein Vollformat. Das hat große Auswirkung auf die vorhanden Objektive – und damit auch auf die Auswahl.

Absolut jedes Objektiv ist einzig und alleine für APS-C konzipiert und konstruiert. Bei Fujifilm läuft niemand mit zu groß skalierten, eigentlich für Vollformat optimierten Objektiven an seiner APS-C Kamera herum. Hier schleppt niemand zu viel Glas und bezahlt nicht für etwas, dass er nicht nutzen kann.

Bei Fujifilm ist man als APS-C Nutzer sowohl bei der Kamera als auch den Objektiven ein Kunde erster Klasse!

Ganz anders als bei allen anderen Kameraherstellern. Bei denen ist man mit einem kleinen Sensor „noch nicht bei den Großen“ angekommen. Sämtliche Premiumlinsen sind beispielsweise beim neuen Nikon Z System ausschließlich für Vollformatkameras entwickelt worden.

Wie früher bei den Spiegelreflexkameras wird das Geschäft mit dem APS-C Format so nebenbei mitgenommen. Ernsthafte Entwicklungen für diesen Sensor kann ich nicht erkennen.

Ich, als jemand der kein Vollformat mit mir herumschleppen möchte, bin bei Fujifilm einfach viel besser aufgehoben. Hier wird jedes neue Objektiv für „mein“ System gemacht und das fühlt sich einfach gut an.

Warum das GFX kein Ersatz für Vollformat ist

Das Mittelformat von Fujifilm hat so große Objektive, dass kein einziges GFX Objektiv für eine APS-C Kamera geeignet wäre. So nimmt das Mittelform bei Fuji auch nicht den Platz der Vollformatkameras anderer Hersteller ein. Zumindest was das Teilen der Objektive angeht.

Dazu ist das GFX System auch noch Sau teuer.

Bei Fujifilm wird durch die Inkompatibilität zwischen GFX- und X-Kameras niemand durch die Hintertür dazu gedrängt, doch noch zum Mittelformat zu wechseln. Hier ist einfach nichts Kompatibel. Hier wird sauber zwischen den beiden Systemen getrennt.

Und das ist gut so.

Das besondere Retro-Bedienkonzept von Fujifilm

Wie man aktuell bei Nikon (ja schon wieder Nikon, aber da kenne ich mich halt am besten aus) sieht, ist Retro durchaus massentauglich. Die neue Nikon Z FC im schicken Retrodesign sieht original aus wie eine Fujifilm. Sämtliche Drehknöpfe sind so ziemlich genau das, was man bei den X-T Modellen hat.

Sony geht mit der Alpha 7C übrigens einen ähnlichen Weg, nur nicht so konsequent wie Nikon.

Der große Vorteil von Fotokameras im Vergleich zu kompakten und ultrakompakten Systemen wie einem Handy (womit man durchaus gute Bilder macht) sind unter anderem die vielen Knöpfe und Schalter.

Für viele Funktionen gibt es einen Knopf zum sofortigen Bedienen. Die Retro-kameras sehen ja nicht einfach nur Retro aus. Die Drehrädchen haben alle einen Sinn.

Anstatt sich durchs Menü zu klicken, dreht man hier einfach nur an einem Rad. Das ist schön, das geht schnell, das gefällt mir.

Diese Retro Optik mit den kompliziert aussehendem Bedienkonzept ist so ziemlich das Erste, was einem ins Auge fällt, wenn man sich zum ersten Mal eine Fuji ansieht.

Es ist aber nicht das wichtigste. Die X-H1 zum Beispiel ist eine Fuji im DSLR Look und das Top-Modell für Profifotografen. Die neue X-S10 ist die kleine Schwester dazu. Scheinbar für Filmer sehr interessant. Zumindest behaupten das viele Reviewer.

Die Öffnung des Designs und der Bedienung Richtung „moderne“ ist (meiner Meinung nach) aber kein Beinbruch. Ok, es verwässert vielleicht etwas den Stil. Weitaus interessanter ist aber folgendes:

Die Fuji-RAW-Entwicklung in der Kamera

Das wirklich interessante an den Kameras, neben der exquisiten Objektivauswahl, ist die überaus interessante RAW bzw. Jpeg Entwicklung.

Fujifilm ist seit der analogen Zeit bekannt für seine Fotofilme. Die Auswahl des Films, welchen man in seine Kamera einlegte, hatte einen großen Einfluss darauf, wie das fertige Bild nachher aussieht. Farbsättigung oder Kontrast wurde stark vom benutzten Film bestimmt.

Das war Fujifilm’s große Zeit. Das konnte kaum einer so gut wie sie und dieses Know-How nutzen sie heutzutage in der digitalen Fotografie ebenfalls.

Bei den Fujifilm Kameras gibt es eine ganze Reihe von Filmsimulationen früherer Fotofilme und jede von ihnen hat einen eigenen Look.

Und dieser Look ist etwas, das es ebenfalls nur bei Fujifilm gibt. Mit einem Look bekommt man keine naturgetreue Farbwiedergabe. Mit einem Look gibt man die Realität nicht naturgetreu wieder.

Ein Look ist eine künstlerische Möglichkeit sich auszudrücken. Seinen Bildern „Das gewisse Extra“ zu geben. Mal mehr und mal weniger stark.

Die Manipulation der Filmlooks

Fujifilm gibt allen seinen Usern die Möglichkeit an den Filmlooks herumzuschrauben. In der Kamera hast du einige Möglichkeiten das fertige Jpeg zu verändern.

Falls du RAW-Shooter und Lightroom User bist:

Das ist kein Vergleich. Die Jpegs von Fujifilm werden ganz anders entwickelt und die nachträgliche Manipulation ist überschaubar. Ich bin ehrlich, mit Lightroom geht viel mehr.

Auf den ersten Blick sind die kleinen kleinigkeiten von +1 auf Schatten oder -2 auf Farbe oder +grobe Körnung ein Witz. Mit solchen minimalen Einstellungen kann man niemals ein Bild vernünftig entwickeln. Gerade dann, wenn man weiß, was in Lightroom alles möglich ist.

Und ja es stimmt, man ist hier beschränkt. Aber auch das hat sein gutes.

Die Manipulation von vielen Kleinigkeiten machen in Kombination mit den durchaus ansehnlichen Filmsimulation am Ende doch schon etwas aus, ohne die Möglichkeit zu haben, übers Ziel hinausschießen zu können.

Aber das muss man mögen. Denn die Benutzung der Filmsimulationen bedeutet im Prinzip den Verzicht auf die RAW Entwicklung und den Verzicht auf Lightroom.

Zumindest dann, wenn das du das volle Potenzial der Kamera ausschöpfen möchtest. Denn diese ganze Regler machen keinen Sinn bei RAW Aufnahmen.

Apropos RAW – In diesem Format, mit all seinen Vorteilen, kann man natürlich auch fotografieren.

Es ist die Reduzierung, die hier den Reiz ausmacht. In dem Artikel „5 Gründe, warum Jpeg viel besser ist als RAW!“ bin ich schon darauf eingegangen. In diesem Zusammenhang sind die letzten beiden Punkte „mit Jpegs fotografierst du sauberer und kreativer“ ziemlich passend.

Der Vollständigkeit halber möchte ich hier noch erwähnen, dass Olympus ebenfalls nur 1 Sensorgröße bei seinen Kameras verbaut. Das MFT.

Das war mein Rundum-Schlag zu den Fujifilm Kameras. Wie ist deine Meinung dazu? Lass es mich in den Kommentaren wissen.

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