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Fujifilm X-T 50: Ein Schritt in die richtige Richtung – aber…

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  • Lesedauer:6 min Lesezeit

Ich bin ein großer Fan der Kameras und Objektiven von Fujifilm. Auch wenn ich mir gerade jetzt keine neue Kamera kaufe, verfolge ich dennoch alles, was Fujifilm macht. Und das neueste ist (Mai 2024) der Release der X-T50 mit einem neuen Kit-Objektiv.

Es gibt bereits zahlreiche Reviews da draußen und ich möchte an dieser Stelle kein weiteres Review darüber machen – Zumal ich die Kamera gar nicht in meinen Händen halte.

Dennoch ist bei allen Kameras in all den Jahren eines offensichtlich, und die kleine X-T50 bildet hier keine Ausnahme:

Fujifilm weiß nicht, wie sie ihre eigenen Kameras bauen sollen

Die Leute bei Fujifilm scheinen mit dem Layout immer wieder aufs neue überfordert zu sein. Wieso sind denn sonst alle Buttons immer wieder an einer neuen Stelle? Wieso sind sonst die Fujifilm Filmsimulationen immer wieder anders integriert?

Die Kameras haben alle etwas Besonderes und das sind die Filmsimulationen, also fokussiere ich mich in diesem Artikel einmal hierauf.

Bei meiner X-T30 waren die Simulationen im Schnellmenü zu finden. So wie bei vielen anderen Kameras zu der Zeit auch. Dazu konnte ich eine Schnellauswahl der Simulationen einer Taste zuweisen. Jetzt endlich, nach Jahren der Entwicklung gibt es so langsam Kameras bei denen das ultimative Alleinstellungsmerkmal, die Simulationen, endlich in das besondere Layout der Kameras, die vielen Knöpfe und Dreh-Räder (für dass die X-T Baureihe so bekannt ist) integriert.

Was Fujifilm endlich richtig macht

Die X-T50 hat ein Drehrad, das nur die Filmsimulationen steuert. Endlich ein Schritt in die richtige Richtung.

Bei meiner X-H2 war das so ähnlich auch schon vorhanden. Nur ist bei dieser High-End Kamera alles viel komplexer und individuell einstellbar. Nicht nur die Filmsimulation, auch ob es sich um Foto oder Videoeinstellungen handelt. Dazu konnte jeder noch so kleine Parameter jeder einzelnen Einstellung des Drehrades zugewiesen werden.

Im Endeffekt war mir das alles zu viel und gerade bei den nicht so oft gebrauchten Einstellungen, war ich mir nie wirklich sicher, was ich damals eingestellt hatte. Aber das liegt wahrscheinlich an mir und meinem Nutzerverhalten mit dieser Kamera.

Was Fujifilm vergeigt hat

Bei der X-T50 geht Fujifilm den Entgegen gesetzten Weg. Das Rad ist dasselbe, doch abgesehen von den Fuji-eigenen Simulationen, kannst du hier gar nichts einstellen:

  • Kein Shadow +3,
  • kein Sättigung -1,
  • kein Grain usw.

Du kannst den Funktionen des Drehrades ausschließlich die Standard-Simulationen auswählen. Provia, Astia, Nostalgig Neg usw. Jedoch keine Anpassungen dafür. Magst du zum Beispiel Velvia, aber mit etwas weniger Sättigung? Tja, dann musst das jedes Mal ins Menü.

Ist es nicht die Flexibilität, die wir alle so lieben? Ist es nicht die Möglichkeit „sein“ eigenes Setting direkt in der Kamera zu kreieren und Bilder direkt so aus der Kamera zu bekommen, dass man eben nicht mehr nachbearbeiten muss?

Es gibt eben mehr als nur die simple Filmsimulation. Es gibt die vielen kleinen Einstellungen, die so viele Menschen lieben, dass es sogar eine sehr beliebte Seite speziell für Filmsimulationen von den Fans für die Fans gibt. Auf Fuji-X-Weekly kannst du alle möglichen Filmsimulationen sehen und auf deine Kamera kopieren – und dafür gibt es sogar eine App für dein Handy!

Doch mit dem Drehrad der Simulationen und die Fokussierung auf die Haus-eigenen Sims schließt der Kamerahersteller die Kreativität der Community komplett aus. So als würde es diese Community überhaupt nicht geben. So als würde niemand diese vielen kleinen Einstellungen für sein eigenes Rezept gar nicht verwenden.

Die einzige Möglichkeit sein eigenes Rezept, oder das Rezept von Fuji-X-weekly zu verwenden ist es, das Drehrad auf C zu stellen und es ab diesem Zeitpunkt komplett zu ignorieren. Denn dann hast du Zugang zu den Filmsims im Q Menü. Dort kannst du wie gewohnt alles speichern und anpassen wie früher auch. Aber das ist doch nicht der Sinn einer Kamera, die dafür bekannt ist, den Kameras Einstellräder zu geben.

Meine Schlussfolgerung aus dem katastrophalen Layout-Durcheinander

Jede einzelne Fujifilm Kamera hat ein anderes Layout. Das lässt mich darauf schließen, dass Fujifilm sein perfektes Layout noch nicht gefunden hat. Es ist auch sehr schwer, schnellen Fortschritt zu erreichen, wenn eine Kamera (und damit ein Kamera-Layout) eine Lebensspanne von mindestens 2 Jahren hat. Das verbesserte Design der X-T50 werden wir erst in 2 bis 5 Jahren sehen. In der Zwischenzeit müssen wir mit dem Leben, was wir haben.

Es jedoch noch Hoffnung

Es gibt immer wieder Veränderungen und Anpassungen an bestehende Systeme durch Firmware Updates. Vermutlich wird es auch für diese Kamera welche geben, welche die Benutzerfreundlichkeit erhöht.

Hoffentlich

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Bei manchen Themen wünscht man sich, dass die Anbieter externe Apps auf den Kameras erlauben, die solche unverständlichen Mängel beheben könnten.

    1. Christian

      Ja, das stimmt. So ist man darauf angewiesen, dass der Kamerahersteller dieselben Ansichten hat, wie man selbst und die Software dann in die richtige Richtung entwickelt… was selten der Fall ist. Dafür sind wir Menschen einfach zu unterschiedlich 🙂

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